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Bankfinanzierung – und die 7 Showstopper

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Inhalt

Gastronomie oder Einzelhandel eröffnen: So bekommst du die Bankfinanzierung – und das sind die 7 Showstopper

Kategorie: Businessplan & Finanzierung | Autor: Daniel Schäfer | Lesezeit: 8 Min. Meta-Description: Bankfinanzierung für Gastronomie oder Einzelhandel beantragen? Erfahre die 7 häufigsten Ablehnungsgründe und wie ein banktauglicher Businessplan wirklich aussehen muss.
Wenn du eine Gastronomie oder einen Einzelhandel eröffnen willst, brauchst du einen sehr guten Businessplan. Banken sind in diesen Branchen besonders vorsichtig geworden – sie schauen nicht nur, ob dein Antrag vollständig ist, sondern ob er auch plausibel ist und du alles mitbringst, was du wirklich brauchst. Wer das unterschätzt, riskiert eine Ablehnung – und verliert dabei wertvolle Zeit und oft den besten Standort.

Inhalt

  1. Warum Zeit dein größter Feind ist
  2. Für wen schreibst du deinen Businessplan eigentlich?
  3. Die 3 wichtigsten Showstopper – und wie du sie vermeidest
  4. Was einen bankentauglichen Businessplan ausmacht
  5. Wie lange dauert der gesamte Prozess?
  6. Unser Tipp: Starte mit einem Dummy-Standort
  7. Fazit und nächste Schritte

Warum Zeit dein größter Feind ist

Sobald du eine gute Geschäftsidee hast und erste Standorte sondierst, läuft die Uhr. Gute Lagen sind begehrt – und ein Vermieter wartet nicht monatelang auf eine Bankzusage. Wer erst dann mit dem Businessplan beginnt, wenn der Standort gefunden ist, verliert in der Praxis zwei bis vier Monate – und häufig genau den Standort, für den das Konzept erstellt wurde. Unsere Erfahrung zeigt: Wenn die Bankzusage endlich da ist, ist der ursprüngliche Standort in den meisten Fällen bereits anderweitig vermietet.
Wichtig: Starte mit der Vorbereitung deines Businessplans so früh wie möglich – idealerweise schon bevor du den finalen Standort gefunden hast.

Für wen schreibst du deinen Businessplan eigentlich?

Die meisten Gründer denken beim Businessplan ausschließlich an die Bank. Dabei hast du in der Regel mindestens drei bis fünf verschiedene Adressaten: Die Bank – für die Fremdkapitalfinanzierung deines Vorhabens. Der Vermieter – du musst dich als zuverlässiger Mieter bewerben und ihn überzeugen, dass dein Konzept trägt. Die Agentur für Arbeit – wenn du aktuell angestellt oder arbeitssuchend bist, gibt es Fördermittel, für die du ein ausgearbeitetes Konzept benötigst. Investoren – falls du privates Beteiligungskapital einwerben möchtest. Beratungsförderung – für Zuschüsse auf Beratungskosten durch staatliche Programme. Jeder dieser Adressaten hat andere Erwartungen. Ein wirklich professioneller Businessplan berücksichtigt das von Anfang an.

Die 3 wichtigsten Showstopper – und wie du sie vermeidest

Showstopper 1: Kein gesicherter Standort

Für Gastronomie und Einzelhandel gilt wie in der Immobilienbranche: Lage, Lage, Lage. Ein schlechter oder noch nicht gesicherter Standort ist einer der häufigsten Ablehnungsgründe. Unser dringender Rat: Halte immer mindestens drei potenzielle Standorte in der Hinterhalt. Im Bankfinanzierungsverfahren verlierst du erfahrungsgemäß den ersten und manchmal auch den zweiten Standort. Wer dann noch einen dritten oder vierten in der Pipeline hat, kann seinen Businessplan einfach anpassen – statt von vorne anzufangen.

Showstopper 2: Kein Eigenkapital

Wer zu 100 % auf Fremdkapital angewiesen ist, bekommt mit 99,99%iger Sicherheit eine Absage. Der Trend bei Banken geht klar in die andere Richtung: Je mehr Eigenkapital du mitbringst, desto größer die Bereitschaft der Bank, den Rest zu finanzieren. Die sicherste Ausgangslage ist eine 50/50-Aufteilung: Du bringst die Hälfte des benötigten Kapitals mit, die Bank stellt die andere Hälfte. Wer nur 10 bis 20 % Eigenkapital einbringt, trägt noch immer ein erhebliches Ablehnungsrisiko.

Showstopper 3: Schlechte Bonität – Schufa und Krefo-Score

Neben deiner persönlichen Bonität (Schufa-Score) prüfen Banken bei bereits tätigen Unternehmern auch den Krefo-Score – die Bewertung deines Unternehmens durch die Creditreform. Alles über 300 Punkte gilt als kritisch und führt in der Regel zur Ablehnung. Wer ein bestehendes oder früheres Unternehmen hatte und es versäumt hat, regelmäßig Zahlen an die Creditreform zu übermitteln, riskiert einen schlechten Score – oft ohne es zu wissen. Prüfe das also frühzeitig und bringe deinen Score in den positiven Bereich, bevor du den Antrag einreichst.
Hinweis: Es gibt noch weitere Showstopper – zum Beispiel das Vorhandensein der Zulassungsvoraussetzungen für die Schankerlaubnis. Die vollständige Liste besprechen wir gerne in einem kostenlosen Erstgespräch.

Was einen bankentauglichen Businessplan ausmacht

Schritt 1: Die Checkliste Anhang

Bevor du auch nur eine Zeile Text schreibst, brauchst du eine vollständige Checkliste aller Unterlagen, die die Bank erwartet. Fehlt beim Einreichen auch nur ein wesentliches Dokument, kommen die Unterlagen zurück – und du verlierst weitere zwei bis vier Wochen. Verschiedene Dokumente haben unterschiedliche Beschaffungszeiten. Eine Unbedenklichkeitsbescheinigung vom Finanzamt, ein aktueller Jahresabschluss vom Steuerberater oder ein Handelsregistereintrag – all das braucht Zeit. Wer am Tag vor dem Banktermin anfängt, diese Dinge zusammenzusuchen, hat verloren. Eine saubere Checkliste auf zwei DIN-A4-Seiten zeigt dir: Wenn alles abgehakt ist, bist du 100 % bankenantragsfähig.

Schritt 2: Der Zahlenteil – bevor ein Text entsteht

Der Zahlenteil ist das Fundament. Hier wird gerechnet und geprüft, ob dein Geschäftsmodell wirtschaftlich tragfähig ist – mit den konkreten Mieten, Investitionen, Kautionen, Steuern und dem Kapitaldienst für Zins und Tilgung. Erst wenn der Zahlenteil zu 100 % plausibel ist und nachweist, dass das Unternehmen dich, deine Mitarbeiter, den Staat und die Bank bezahlen kann, beginnt die eigentliche Textarbeit. Das ist der Fehler, den die meisten machen: Sie laden sich eine Textvorlage aus dem Internet herunter und bauen die Zahlen nachträglich drumherum. Das funktioniert nicht – und Banken erkennen es sofort.

Schritt 3: Der Textteil – dein stiller Verkäufer

Der Textteil beschreibt, was der Zahlenteil belegt. Er erklärt dich als Person, deine Idee, den Standort, den Wettbewerb und das Geschäftsmodell. Kein Businessplan gleicht dem anderen – er muss individuell auf dein Vorhaben, deinen Standort, deine Kapitalstruktur und dein Team abgestimmt sein. Wichtig dabei: Der Entscheidungsträger bei der Bank wird dich wahrscheinlich nie persönlich sprechen. Dein Businessplan ist dein Stellvertreter auf seinem Schreibtisch. Er muss alleine überzeugen.

Wie lange dauert der gesamte Prozess?

Die Erstellung eines vollständigen, bankentauglichen Businessplans dauert je nach Vorarbeit zwischen zwei Wochen und zwei Monaten. Hinzu kommt der eigentliche Bankprozess: Du gehst in der Regel nicht nur zu einer Bank, sondern deine Hausbank stellt auch bei Förderinstituten wie der KfW oder der Landesbank Anträge. Diese brauchen noch einmal drei bis vier Wochen. Falls zusätzlich eine Bürgschaftsbank eingebunden wird, sind zwei bis drei Monate insgesamt keine Seltenheit.
 Plane also realistisch: Von der Idee bis zur Bankzusage können vier bis fünf Monate vergehen. Wer zu spät startet, verliert den Standort.

Unser Tipp: Starte mit einem Dummy-Standort

Du musst nicht warten, bis du den perfekten Standort gefunden hast. Starte mit einem fiktiven Musterstandort und erstelle deinen Businessplan und Finanzplan auf dieser Basis. Mietkosten, Kaution, Umbaubedarf und Marktsituation können später einfach aktualisiert werden. So hast du schnell einen 80 bis 90 Prozent fertigen Businessplan – und wenn du dann zwei oder drei konkrete Standorte vergleichst, trägst du die Zahlen ein und siehst sofort, welcher Standort sich wirtschaftlich wirklich lohnt.

Fazit: Verliere keine Zeit

Gastronomie und Einzelhandel sind aus Bankensicht risikobehaftete Branchen. Ein vollständiger, plausibel durchgerechneter und individuell erstellter Businessplan ist keine Option – er ist die Grundvoraussetzung für eine Finanzierungszusage. Die wichtigsten Punkte im Überblick: Starte früh, halte mehrere Standorte bereit, bringe ausreichend Eigenkapital mit und prüfe deine Bonität proaktiv. Und vor allem: Zahlen zuerst, Text danach. Gute Nachrichten zur Kostenseite: Wenn du arbeitssuchend oder arbeitslos bist, kannst du über die Agentur für Arbeit Gutscheine erhalten, die bis zu 100 % der Beratungskosten übernehmen. Über andere Programme sind bis zu 50 % Zuschuss möglich – auch wenn du noch keinen ALG-Bescheid hast.

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