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Eigenkapital für den KfW-Gründerkredit

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Inhalt

Eigenkapital für den KfW-Gründerkredit

Wie viel Eigenkapital du für deine Gründungsfinanzierung wirklich brauchst – und warum „nicht notwendig“ nicht „nicht gebraucht“ bedeutet

Kategorie: Gründungsfinanzierung & Fördermittel   |   Autor: Daniel Schäfer   |   Lesezeit: 6 Min.

Du willst 100.000 € oder 200.000 € Startkapital für deine Gründung beantragen? Dann steht fast immer sofort dieselbe Frage im Raum: Brauche ich für die Beantragung eigentlich auch eigenes Kapital? Auf der Website der KfW liest sich das erstmal beruhigend – dort steht, Eigenkapital sei für den ERP-Gründerkredit StartGeld nicht notwendig. Die Praxis sieht anders aus.

In diesem Beitrag zeige ich dir, warum du trotzdem Eigenkapital brauchst, wie viel realistisch ist – und wie du deine Bewilligungswahrscheinlichkeit bei Hausbank und KfW spürbar erhöhst.

Inhalt

1. Der Mythos: „Kein Eigenkapital notwendig“

2. Warum du einen Finanzierungspartner (deine Hausbank) brauchst

3. Wie viel Eigenkapital du für deine Existenzgründung wirklich brauchst

4. Bewilligungswahrscheinlichkeit: Was passiert ohne Eigenkapital?

5. Hochrisiko-Branchen: Wenn 20% Eigenkapital nicht reichen

6. So baust du dein Eigenkapital gezielt auf

7. Fazit und nächste Schritte

Der Mythos: „Kein Eigenkapital notwendig“

Wenn du auf die offizielle KfW-Seite gehst, findest du sehr schnell den Hinweis: Eigenkapital ist nicht notwendig. Klingt gut – ist in der Praxis aber nur die halbe Wahrheit.

Denn du kannst als Gründer gar nicht direkt zur KfW gehen und den Antrag auf das KfW-StartGeld beziehungsweise den ERP-Gründerkredit stellen. Der Antrag läuft immer über einen Finanzierungspartner – und genau hier beginnt das eigentliche Thema Eigenkapitalquote.

Wichtig: Viele Gründer verlassen sich auf den Wortlaut der Förderbedingungen und wundern sich später über eine Ablehnung bei der Hausbank. Die Lösung liegt nicht im besseren Antrag, sondern im realistischen Eigenkapitalplan.

Warum du einen Finanzierungspartner (deine Hausbank) brauchst

Dein Finanzierungspartner ist in der Regel deine aktuelle Hausbank oder ein Mitbewerber. Diese Bank geht mit rund 20 % ins Risiko, weil die KfW selbst nur eine 80-prozentige Haftungsfreistellung übernimmt.

Für deine Hausbank bedeutet das konkret: Sollte dein Kredit nicht zurückgezahlt werden, trägt sie bei einer Finanzierungssumme von 200.000 € ein Verlustrisiko von rund 40.000 €. Dieses Risiko will jede Bank minimieren – und genau deshalb verlangt sie von dir als Gründer eine Eigenkapitalquote.

Merke: Ohne Finanzierungspartner kein KfW-Antrag – ohne Eigenkapital kaum ein Finanzierungspartner.

Wie viel Eigenkapital du für deine Existenzgründung wirklich brauchst

Als grobe Faustregel solltest du 10 bis 20 % Eigenkapital deines Gesamtkapitalbedarfs einplanen. Bei einem Kapitalbedarf von 100.000 bis 200.000 € sind das mindestens 10.000 bis 20.000 € – besser mehr.

  • 10–20 % Eigenkapital: Standard-Richtwert für die meisten grün eingestuften Branchen mit normalem Risikoprofil.
  • 30 % Eigenkapital: üblich bei Branchen mit erhöhtem Risiko aus Bankensicht, zum Beispiel Gastronomie in Berlin.
  • 50 % Eigenkapital: von einzelnen Instituten wie der Deutschen Bank bei besonders risikoreichen Vorhaben gefordert.
  • 0 % Eigenkapital: theoretisch möglich, aber mit deutlich reduzierter Bewilligungswahrscheinlichkeit.

Bewilligungswahrscheinlichkeit: Was passiert ohne Eigenkapital?

Die Erfahrung aus über 4.000 begleiteten Gründungen seit 2002 zeigt: Ohne jegliches Eigenkapital kannst du zwar formal einen Antrag bei Hausbank und KfW stellen, deine Bewilligungswahrscheinlichkeit liegt dann aber bei maximal etwa 50 %.

Das Risiko, schon an der Hausbank zu scheitern, ist entsprechend hoch. Und wenn die Hausbank nicht mitzieht, kommt es erst gar nicht zu einem Antrag bei der KfW – das gesamte Förderprogramm ist für dich dann blockiert.

Hochrisiko-Branchen: Wenn 20 % Eigenkapital nicht reichen

In bestimmten Branchen liegt die geforderte Eigenkapitalquote deutlich höher als 10 bis 20 %, weil das Ausfallrisiko aus Sicht der Hausbank größer ist. Ein klassisches Beispiel: Gastronomie-Gründungen in Berlin, etwa Restaurants oder Cafés.

Hier verlangen Banken häufig mindestens 30 % Eigenkapital, einzelne Institute wie die Deutsche Bank sogar 50 %. Nur so trägt die Bank ihren verbleibenden 20-Prozent-Risikoanteil in einem Umfang, der einen Antrag bei der KfW überhaupt rechtfertigt.

Der entscheidende Punkt: Wenn du auf Nummer sicher gehen willst, gehst du mit 50 % Eigenkapital in die Finanzierung. Für die meisten grün eingestuften Branchen reichen aber 10 bis 20 %.

So baust du dein Eigenkapital gezielt auf

Ein häufiger Fehler: Gründer investieren ihr verfügbares Geld sofort in erste Maschinen, Geräte oder Ausstattung – und haben dann keinen nachweisbaren Kontoauszug mehr, den die Bank als Eigenkapitalnachweis akzeptiert.

  • Ansparen statt vorab investieren: Baue dein Eigenkapital gezielt auf, bevor du erste Anschaffungen tätigst.
  • Kontoauszüge sichern: Halte lückenlose Nachweise bereit, die deine Bank als Eigenkapitalbeleg akzeptiert.
  • Gesellschaft gründen: Bei fehlendem Eigenkapital kann der Verkauf von Anteilen eine Lösung sein.
  • Private Quellen prüfen: Familie, Freunde oder eigene Rücklagen gezielt und dokumentiert einbinden.

Die entscheidende Aufgabe für dich als Gründer ist es, 10 bis 20 % Eigenkapital aufzubauen. Dieses Eigenkapital kannst du anschließend über das KfW-Programm oder ein passendes Landesförderprogramm hebeln.

Fazit: Nicht das Programm entscheidet – sondern dein Eigenkapital

„Kein Eigenkapital notwendig“ steht zwar in den KfW-Bedingungen – in der Praxis entscheidet aber deine Hausbank, ob und wie dein Antrag überhaupt bei der KfW landet. Wer 10 bis 20 % Eigenkapital mitbringt, hat die deutlich besseren Karten. Wer in einer Hochrisikobranche gründet, sollte mit 30 bis 50 % planen.

Sobald dein Eigenkapital steht, geht es an Finanzierungsplan und Businessplan. Machst du das zum ersten Mal, brauchst du in der Regel deutlich länger – und baust häufig 10 bis 30 Fehler ein, die im schlimmsten Fall die gesamte Finanzierung kosten. Genau hier unterstützen wir dich als Teil der Lösung.

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Über die X-Group

Der Glaube an dein Potenzial und die Fokussierung auf die Dinge, die dich wirklich voranbringen, stehen bei der X-Group GmbH aus Berlin an erster Stelle. Seit über 20 Jahren begleiten wir Gründerinnen und Gründer von der ersten Idee bis zum Exit – mit der richtigen Finanzierungsstrategie zur richtigen Zeit. Bundesweit zertifiziert für Beratungsförderprogramme: 50 bis 100 % Zuschuss auf Beratungskosten sind möglich.

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